Das Heimatmuseum Hanerau-Hademarschen

Herzlich Willkommen in unserem Museum

das in unserer alten Dorfschule von 1884 und im 1. Stock eines jüngeren Nebengebäudes untergebracht ist.Warum ein “Heimat”-Museum in unserer Zeit, die doch eher von Mobilität und Flexibilität geprägt ist?Neben allem Fernweh - gerade der jüngeren Generation - gibt es doch auch die Sehnsucht nach einem “Zuhause” nach “Alt-Vertrautem”.Gegründet wurde das Museum 1984 von Einheimischen und von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die durch die Grauen des II. Weltkrieges eine “ Neue Heimat” finden mussten.Unser Museum stellt sich die Aufgabe, unseren Ort sowohl den Alteingesessenen als auch den Neubürgern “vertraut” zu machen, indem es seine Geschichte und Geschichten bewahrt und erfahrbar werden lässt

Grabsteine aus Hanerau-Hademarschen

Grabsteine der Familie Johannes Storm

> Audio: Moore

> Audio: Nord-Ostsee-Kanal

Seit vielen Jahrhunderten hat man sich Gedanken über eine Verbindung der Nord- und Ostsee gemacht, um den gefährlichen Weg durch die Jammerbucht und um das Skagerrak zu umgehen. Endlich, im Jahre 1777 schritt man zur Tat und fing an den „Schleswig-Holstein-Kanal“ zu bauen. Seit 1784 wurde er dann über 100 Jahre genutzt und war zu seiner Zeit der größte Kanal in Europa. Er war 180 km lang. Beim Bau waren 3.000 Arbeiter beschäftigt. Nach 1848 hieß er dann „Eiderkanal“. Nach der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 plante man schon einen neuen Kanal. Das scheiterte aber an der deutschen Kleinstaaterei. 1878 legte der Reeder, Hermann Dahlström, zusammen mit dem Oberbaurat Otto Baensch einen neuen Plan vor, für den der Reichskanzler Otto von Bismarck gewonnen werden konnte. Dieser Plan sah gegenüber dem von 1865 einen etwas anderen Verlauf vor. Dieserr Plan sollte von Brunsbüttel über Burg-Hohenhörn-Hanerau-Lütjenwestedt-Westensee-Kiel verlaufen. Der Reichskanzler überzeugte den greisen Kaiser Wilhelm I. mit militärischen Argumenten von der Notwendigkeit des neuen Kanals. Die Kosten wurden mit 156 Millionen Goldmark veranschlagt Am 3.Juni 1887 wurde von Kaiser Wilhelm I. in Holtenau pompös der Grundstein gelegt. Hierzu war auch der damalige Gutsbesitzer von Hanerau, der Reichstagsabgeordnete Dr. Heinrich Wachs, eingeladen. Für den Bau wurden viele Tausend Arbeiter aus ganz Europa angeworben, die meisten waren jedoch deutsche Bürger aus den Ostprovinzen. Sie fingen an mit Schaufel, Picke und Schubkarre und Loren den Graben zu buddeln, denn Maschinen mussten anderweitig erst abgebaut, herantransportiert und wieder aufgebaut, zum großen Teil auch erst entworfen und neu gebaut werden. Die für die Unterbringung der Arbeiter errichteten Baracken in Hohenhörn, Bornholt, Grünenthal, Fischerhütte, Oldenbüttel und Wienböken lagen auf der Südseite des Grabens. Dort gab es vor Ort zwar auch Einkaufsmöglichkeiten, aber besondere Sachen wurden in Hademarschen gekauft. Schnell etablierten sich viele Kolonialwarenhandlungen, Textilgeschäfte, Gasthäuser und Handwerksbetriebe im Ort.  Die Einwohner Hademarschens lebten meist in einfachen reetgedeckten Bauernhäusern und bescheidenen Unterkünften. Der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte die Errichtung prunkvoller Steinbauten, wovon heute noch einige erhalten sind.Mit dem Bau der Grünenthaler Hochbrücke wurde wegen der Eisenbahnlinie Neumünster – Tönning, die bereits seit 1877 fuhr, früh begonnen. Der Grabenaushub des Kanalbaus diente dem Bau des neuen Bahndammes.  Bereits 1892 wurde die Brücke 42 Meter über dem Wasserspiegel fertig gestellt. Sie stand mit Hilfe eines Gerüstes auf festem Boden und bekam sogar einen eigenen Bahnhof. Am 25. Oktober 1892 besuchte Kaiser Wilhelm II. die fertige Hochbrücke. Das Gelände des Güterbahnhofs in Beldorf, wo der Salonwagen des Kaisers hielt, heißt seitdem Kaiserkoppel und das damalige Kommissionshaus, in dem er sein Frühstück einnahm, Kaiserhof.Die Ausstellung „Der Nord-Ostsee-Kanal von Hohenhörn bis Breiholz“ zeigt wie der Kanal geplant und gebaut wurde, Grundstücke erworben wurden, die Brücken entstanden und alle auftretenden Schwierigkeiten bewältigt wurden in einem gesteckten Zeit- und Finanzrahmen, der genauestens eingehalten wurde.Bei der Planung wurde der Verlauf mehrfach geändert. Der ursprüngliche Verlauf, geplant bereits 1865, verlief in unserem Bereich völlig anders. Von Burg aus sollte er durch das Hanerautal durch den Mühlenteich – Lütjenwestedt – Westensee verlaufen. Aus nicht bekannten Gründen wurde der Verlauf geändert und er führte durch die Grünenthaler Berge, was in den vergangenen 130 Jahren zu erhöhten Kosten durch Rutschungen führte. Noch 1886 änderte man den Verlauf durch das Reitmoor, sodass der Ort Breiholz nicht mehr südlich, sondern nördlich des Kanals gelegen war. Die ersten zwei schwierigen Jahre waren geprägt durch viel Handarbeit, da Maschinen erst später dazukamen. Die als erste gebaut Brücke in Grünenthal konnte somit noch im Gerüstbauverfahren erstellt werden und war bereits 1892 fertig. Die sogenannte Westbahn Neumünster – Tönning konnte so ohne Unterbrechung ihren Betrieb durchführen. Bei der 2. Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals in den 1980er Jahren musste die schöne Brücke einer neuen weichen. Der Abriss und der Neubau werden in der Ausstellung eingehend dokumentiert. Ein Modell der alten Brücke, erstellt durch eine Schulklasse, ist in der Ausstellung zu sehen. Die durchtrennten Handelswege wurden durch Fährverbindungen aufrechterhalten. Die ersten Zugfähren waren für damalig übliche Pferdefuhrwerke abenteuerlich und gefährlich. Manches Fuhrwerk ist im Kanal versunken. Erst die Motorfähren nach der Fertigstellung der ersten Erweiterung 1914 brachten mehr Sicherheit bei der Überfahrt.Nach der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals, wurde er dann von Kaiser Wilhelm II in Kaiser-Wilhelm-Kanal getauft. Man hatte von den veranschlagten Baukosten von 154 Mill. Mark noch 1.4 Mill. Mark für eine pompöse Eröffnungsfeier in Holtenau übrig. Auch der Zeitrahmen war eingehalten. Die technische Entwicklung nahm allerdings einen rasanten Verlauf, die neu gebauten Schiffe wurden immer größer, sodass der Kanal bereits bei Fertigstellung zu eng war und eine Planung für die erste Erweiterung bereits eingeleitet wurde. Diese Erweiterung vom 60 auf 100 Meter Breite konnte von 1907 bis 1914 durchgeführt und noch vor Ausbruch des ersten Weltkrieges fertiggestellt werden.Die Ausstellung zeigt Prägemünzen zur Eröffnung und anderen Anlässen und eine Fahne mit einer interessanten Geschichte. Die Oldenbütteler Kanalarbeiter und Fährleute hatten sich in der 1920er Jahren eine Gewerkschaftsfahne zusammen mit ihren Frauen erstellt. Nach 1933 waren solche Symbole verboten. Ein Mitglied versteckte sie in der Treppenverkleidung seines Hauses. Bei Hausdurchsuchungen der NSDAP wurde sie nicht gefunden. Die nachfolgende Militärregierung der Britten fand sie 1945 bei einer ähnlichen Aktion sofort. Von dem Arbeiter war eine Auskunft nicht zu erhalten, sodass davon auszugehen ist, dass man sie seinerzeit nicht finden wollte. Man war beim Fährverkehr ja aufeinander angewiesen.Im Rahmen des Baues der Autobahn 23 wurde 1989 eine weitere Hochbrücke zwischen Hohenhörn und Bornholt über den Kanal erstellt.Der in Hanerau ansässige Fotograf, Gotthilf Constabel hat den Bau des Nord-Ostsee-Kanals mit seinen Bildern, Alben und Leporellos dokumentiert, die in der Ausstellung zu sehen sindDem Besucher werden Informationsmöglichkeiten durch erschienene Bücher über den Nord-Ostsee-Kanal offeriert.Ein weiterer Kanal in unserem Bereich ist der Gieselau-Kanal. Er stellt im Bereich Oldenbüttel eine Verbindung zwischen der Eider bei Lexfähre und dem Nord-Ostsee-Kanal her. Mittig ist eine Schleuse zur Regulierung des Wasserstandes zwischen Eider und Kanal eingebaut. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde er in den Jahren 1936/37 erstellt. Durch ihn wurde in der Stadt Rendsburg die Eiderschleuse überflüssig und der Verkehrsengpass konnte dort beseitigt werden. Mit vielen Bildern kann der Bau und Verlauf des Gieselaukanals verfolgt werden.

> Audio: Archäologie

> Audio: Stormstube

> Audio: Sperlingslust

> Audio: Schumacherwerkstatt

Schuhmacherhandwerk in HademarschenDas Schuhmacherhandwerk hat in Hademarschen eine lange und bedeutende Tradition. Bereits um 1840 gab es im Amt Hademarschen rund 24 Schuhmacherbetriebe – kleine Werkstätten, in denen Schuhe noch vollständig in Handarbeit gefertigt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten immerhin noch etwa acht Betriebe, bevor im Laufe der Jahrzehnte viele Werkstätten aus wirtschaftlichen Gründen schließen mussten.Die Ausstellung im Hademarscher Museum zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig und anspruchsvoll dieses Handwerk war (und ist). Zu sehen sind Werkzeuge, Maschinen und Materialien, die den gesamten Entstehungsprozess eines Schuhs nachvollziehbar machen – vom hölzernen Leisten über die Schusternähmaschine bis zu Sohlenpressen und Lederschneidewerkzeugen.Besonders interessant sind die historischen Schuhe aus unterschiedlichen Epochen sowie ein originales Pedoskop, ein Röntgengerät, das früher in Schuhgeschäften zur Fußmessung verwendet wurde. Ergänzt wird die Schau durch Exponate aus dem traditionsreichen Schuhhaus Popp, das seit 1804 in Hanerau-Hademarschen besteht und bis heute Schuhhandel, Reparatur und orthopädische Schuhtechnik vereint.Zusammengetragen und gestaltet wurde die Ausstellung von Schuhmachermeister Norbert Popp, Obermeister der Schuhmacher-Innung Schleswig-Holstein, der damit einen lebendigen Einblick in die Geschichte und Bedeutung des Schuhmacherhandwerks in Hademarschen ermöglicht.  

> Audio: Uhrmacherwerkstatt

> Audio: Flucht und Vertreibung

> Audio: Kirchenzimmer

> Audio: Hademarscher Zimmer

> Audio: Imkerei

> Audio: Remise

> Grabsteine Familie Joh. Storm

> Audio: Flur

> Audio: Blauer Salon

Grabsteine aus Hanerau-Hademarschen

Grabsteine der Familie Johannes Storm

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