Residenzschloss Celle
Medien
Noch nie gab es eine so große Vielfalt an Medien. Sie bestimmt heute den Alltag vieler Menschen. Der Zugang zu Informationen aus der gesamten Welt ist so einfach wie nie. Die Möglichkeit, selbst an den Medien teilzuhaben, eröffnet eine Vernetzung über regionale und nationale Grenzen hinweg. Dabei können Medien das persönliche Weltbild und die Gesellschaft insgesamt verändern. Meinungsbildung und Meinungsaustausch über Medien gehören zum Wesen der Demokratie.Eine deutlich geringere Bandbreite an Medien gab es in früheren Jahrhunderten. Neben Zeitungen und Flugblättern gehörten Predigten und der mündliche Austausch zu den wichtigsten Informationsmöglichkeiten. Auch die Freiheit der Medien war deutlich eingeschränkt. Der Landesherr übte durch die Zensur Kontrolle aus. Eine Meinungsbildung über die politischen Machtverhältnisse war für die Untertanen daher nur bedingt möglich.
Identität
Einzelne Personen, Gruppen und ganze Gesellschaften haben eine Identität. Sie setzt sich aus spezifischen Elementen zusammen und bleibt wandelbar. So entsteht eine Vielzahl von Identitäten, die nebeneinander existieren. Insbesondere Herrschaft und Politik sind zentrale Elemente, die sowohl die Identität des Einzelnen als auch die der Gesellschaft prägen. In früheren Jahrhunderten orientierte sich die gesellschaftliche Identität vor allem an der hierarchischen Ständeordnung, insbesondere an der Königswürde.In Demokratien sind dagegen bestimmte moralische Grundsätze wie das Freiheits- und Gleichheitsprinzip identitätsstiftend. Da hier die Herrschaft vom Volk ausgeht, sollen sich alle mit der Demokratie identifizieren können, um diese zu erhalten. Dieses kann z.B. über politische Teilhabe und aktive Mitbestimmung erreicht werden.Identität ist vielfältig. Sie wird von unterschiedlichen sozialen, psychischen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten bestimmt. Je nach Situation treten die verschiedenen Merkmale, die in einer Identität vereint sind, mal mehr, mal weniger in den Vordergrund. In einer Gesellschaft existieren so viele verschiedene Identitäten, wie es Personen gibt. Für ein stabiles, friedliches Zusammenleben sind daher vor allem gemeinsame Werte nötig, die eine Gesellschaft definieren. Dies können – wie in Deutschland – beispielsweise Freiheit und Recht, Wohlstand und Frieden sein.
Wissen
Wissen und Bildung erschließen die komplexen Zusammenhänge der Welt. Die allgemeine Schulpflicht und der kostenlose Besuch von Schulen zählen deswegen zu den grundlegenden, öffentlichen Leistungen eines demokratischen Gemeinwesens. Bildung und Wissen ermöglichen die Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen, aber auch am politischen Leben. Zudem sichert das Wissen über politische Strukturen und Prozesse eine stabile Demokratie.Die Bedeutung von Wissen und das Potential von gut ausgebildeten Untertanen erkannten auch die Landesherren früherer Jahrhunderte. Sie gründeten exklusive Schulen und Universitäten, um künftige „Staatsdiener“ auszubilden. Diese sollten die Landesherrschaft langfristig stabilisieren und mit ihrem Wissen zum Landesausbau und Machterhalt beitragen. Wissenserwerb war jedoch nicht allen Untertanen gleichermaßen möglich und wurde vor allem Frauen erschwert.
Kritik
Kritik trägt dazu bei, Politik und Gesellschaft langfristig zu verändern. Sie ist ein zentrales Element der Demokratie, durch das alle Bürger*innen an der Politik teilhaben, z.B. über Petitionen oder Wahlen. Auch die politische Opposition ist ein fester Bestandteil demokratischer Parlamente und begleitet die jeweils aktuelle Politik kritisch. Insgesamt sind Kritikäußerungen in demokratischen Staaten gewollt, um staatlichen und gesellschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Herrschaftsformen, in denen Kritik eingeschränkt wird und strafbar ist.Auch in früheren Jahrhunderten wurde Kritik meist gewaltsam unterdrückt und brach sich schließlich in verschiedenen Revolutionen Bahn. Insbesondere die Französische Revolution von 1789 war Ausgangspunkt für tiefgreifende Veränderungen der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Ordnung.
Finanzen
Finanzen waren und sind von zentraler Bedeutung für den Staat. Sie ermöglichen die Umsetzung politischer Entscheidungen. In der Demokratie sind alle an der Finanzierung des Staatshaushaltes beteiligt. Jede Person und alle Unternehmen zahlen über verschiedene Steuern ihren Teil in die „Gemeinschaftskasse“. Daraus werden wichtige staatliche Aufgaben finanziert, z.B. die Sozialsysteme oder die Infrastruktur. Die Ausgaben sollen dem Gemeinwohl dienen und damit das gesellschaftliche Zusammenleben fördern. Die Finanzierung des Staates ist eine gemeinschaftliche und verantwortungsvolle Leistung von allen.In früheren Jahrhunderten gab es kein gerechtes, die ganze Bevölkerung umfassendes Abgabensystem. Zudem existierte eine starke Verknüpfung zwischen Finanzstärke und politischem Einfluss. Da der Landesherr auf die finanzielle Hilfe der Stände für seine Politik angewiesen war, konnten diese im Gegenzug an der landesherrlichen Politik mitwirken.
Das Forum
Demokratie lebt von Teilhabe, Teilhabe lebt von Auseinandersetzung und Diskussion. Das FORUM, angegliedert an die Ausstellungsräume, bietet einen Ort für die aktive Beschäftigung mit den Themen der Demokratie. Es schafft unterschiedliche Möglichkeiten, Eindrücke aus der Ausstellung weiter zu vertiefen und zu diskutieren.
Recht
Recht und Herrschaft sind eng miteinander verbunden. Im Mittelalter sollte das Recht die gottgegebene Ordnung gewährleisten. Konflikte wurden häufig im Rahmen der Fehde – der gewalttätigen Auseinandersetzung – mit dem Sieg des Stärkeren beendet. In der Demokratie wird das Recht durch den Gesetzgeber festgelegt und muss immer wieder überdacht und an der Realität überprüft werden. Es soll insbesondere Freiheit und friedliches Zusammenleben ermöglichen. Es gilt für die Regierung und Verwaltung wie für alle Bürger*innen.Vertrauen in den Staat und seine Gesetze setzt Rechtssicherheit voraus. Um Machtmissbrauch zu verhindern, sind die gesetzgebende, die rechtsprechende und die ausübende Gewalt voneinander getrennt. Nur der Staat darf das Recht notfalls auch mit Gewalt durchsetzen. Doch auch er ist an das Gesetz gebunden, und die einzelne Person ist damit vor staatlicher Willkür geschützt.
Herrschaft und Landschaft - Macht und Teilhabe
Amtskleidung
Zum Vorraum
Zum Dachgeschoss
HörGeschichte: Die Bluttat von Seelze
Lerne unser Steuerspiel kennen!
HörGeschichte: Nutze deine Chancen!
HörGeschichte: Netzwerken als Karrierestrategie!
Leichenzug in bewegten Bildern
HörGeschichte: Schlagabtausch
Formen der Kritik
Die Landschaften vom Mittelalter bis heute
Die Landschaften vom Mittelalter bis heute
Landschaftsverbände
Seid aktiv dabei!
Dauerausstellung - Herrschaft und Landschaft
Mellinger Atlas
Blick in die Schubladen
Kunst - Finanzen - Aura
Drei Huldigungspräsente an die Celler Herzöge
Recht und Gesetz
Das Grundgesetz
Reichsapfel
Die von einem goldenen Kreuz bekrönte Weltkugel in den Händen des Christus zeigt die älteste Darstellung der von der Stadt und der Residenz Celle. Gut erkennbar ist das Dach der Stadtkirche St. Marien mit Dachreiter sowie der große Burgturm, der in der Barockzeit abgebrochen wurde, um darauf das Schlosstheater zu bauen.
Blick in die Schubladen
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Manipulation
Blick in die Schubladen
Menschen und Geschichten
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FrauenOrte - Orte
Die Frauenbewegung
Blockade
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Satiere
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Kunst
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Demonstration
Balthasar Klammer: Compendium iuris
Gebundene Handschrift, 1577 Leihgabe Sven und Susanne Raap, CelleHier kannst du durch einige Seiten des Compendium Iuris blättern: [https://www.residenzmuseum.de/compendium_iuris/index.html#0](https://www.residenzmuseum.de/compendium_iuris/index.html#0)