Historisches Museum Speyer | Caesar & Kleopatra
Caesar & Kleopatra
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Porträt der jungen Kleopatra und Gaius Julius Caesars
Kleopatra VII. Philopator, die Vaterliebende, so ihr vollständiger Name. Geboren wurde sie im Jahr 69 v. Chr. in Alexandria. Der kleine Porträtkopf gehörte ursprünglich zu einer Statue. Die Haartracht der jungen Frau, die durchaus als Kleopatra angesprochen werden kann, war nach alexandrinischem Brauch mit Stuck vervollständigt worden. Das am Haaransatz sichtbare Band deutet auf das Vorhandensein eines Diadems hin, das im Laufe der Jahrhunderte ebenfalls verloren gegangen ist. Für den Kleopatra-Mythos ist ihre legendäre Schönheit grundlegend. Wie sie aber wirklich ausgesehen hat, ist kaum zu rekonstruieren, weltweit werden nach dem aktuellen Stand der Forschung nur sehr wenige Porträts gesichert Kleopatra zugeschrieben. Gaius Julius Caesar wurde im Jahr 100 v. Chr. in Rom geboren. Das früh geschaffene Marmorporträt stellt höchstwahrscheinlich den römischen Staatsmann da. Die Nasenspitze wurde bereits in der Antike restauriert – das kleine runde Loch zeigt an, dass hier einst mit einem Eisenstift eine neue Nase aufgesetzt wurde. Als sie sich im Jahr 48 v. Chr. erstmals begegneten, war Kleopatra Anfang 20, Caesar hingegen bereits über 50 Jahre alt.Porträt der jungen Kleopatra VII. Genf, Fondation Gandur pour l’ArtPorträt von G. Julius Caesars Leiden, Rijksmuseum van Oudheden
Das legendäre erste Treffen
Caesar und Kleopatra, staatstragend der römische Heerführer, in der Blüte ihrer Jugend die ptolemäische Herrscherin. Eingerollt in einen Teppich habe sie sich in den Palast von Alexandria schmuggeln lassen, um Caesar gegenüber zu treten und die Herrschaft über Ägypten nicht kampflos ihrem Brudergemahl zu überlassen. Ist er nicht eindrucksvoll, unser Teppich? Gleichwohl wird sich die Szene wohl so nicht zugetragen haben. Eingerollt in einem schweren Teppich wäre Kleopatra auf dem Weg in den Palast wohl erstickt. Viel wahrscheinlicher ist die Geschichte, die uns der antike Schriftsteller Plutarch überliefert. Demnach ließ sich Kleopatra in einem Bettsack in den Palast schmuggeln.
Der Kopf des Pompeius
Seit Beginn des Jahres 49 v. Chr. tobte der Römische Bürgerkrieg, es standen sich Gaius Julius Caesar und Pompeius Magnus gegenüber. Die entscheidende Schlacht von Pharsalos hatte Caesar gewinnen können und so kam er im Herbst 48 v. Chr. nach Alexandria, wohin Pompeius geflohen war. Lebend traf er ihn dort jedoch nicht mehr an! Die Berater des jungen ägyptischen Königs Ptolemaios XIII. hatten Pompeius ermorden lassen, um Caesar auf ihre Seite zu ziehen. Angeblich wurde sein abgetrennter Kopf Caesar überreicht. Pompeius gilt als einer der größten Feldherren der späten Römischen Republik und eroberte große Gebiete im östlichen Mittelmeerraum. Das Statuenfragment zeigt ihn mit Sorgenfalten auf der Stirn und dem charakteristischen kurzsträhnigen Haupthaar. Tonbildnisse wie dieses wurden in Serie hergestellt und in Machtkämpfen gezielt für politische Zwecke eingesetzt.Pompeius Magnus Stuttgart, Landesmuseum Württemberg
Stele mit einer Darstellung der opfernden Königin Kleopatra VII.
Die ursprünglich bemalte Kalkstein-Stele datiert in das erste Regierungsjahr Kleopatras VII. und die griechische Inschrift beginnt mit den Worten: „Für die Königin Kleopatra, die Göttin, die Vaterliebende“. In der zweiten Zeile von oben lässt sich deutlich der Name Kleopatras erkennen. Im Bildfeld aber ist Kleopatra nicht dargestellt, auf dem Thron sitzt die Göttin Isis. Ein von rechts herantretender König opfert der Göttin, die den Horusknaben stillt. Über diese Szene sind die schützend aufgespannten Flügel der Sonnenscheibe gespannt, zwei Uräusschlangen hängen zudem herab. Die menschengestaltige Göttin ist die Mutter des Horus und Schwestergemahlin des Gottes Osiris. Sie steht für Fruchtbarkeit, Geburt und Fürsorge. Kleopatra verstand sich selbst als Verkörperung dieser Göttin, sie ließ sich als solche verehren und brachte den Isis-Kult mit nach Rom.Stele mit einer Darstellung der opfernden Königin Kleopatra VII. Paris, Musée du Louvre, Département des Antiquités égyptiennes
Requisitenteller aus dem Film „Cleopatra"
Der Film Cleopatra von Regisseur Joseph L. Mankiewicz mit der ikonischen Elizabeth Taylor in der Hauptrolle prägt bis heute das Bild, das wir von Kleopatra VII. und ihrer Geschichte haben, prachtvoll waren die Kostüme, opulent die Kulissen dieses Monumentalfilms. Zur Filmausstattung gehörte auch dieser Requisitenteller, der bei einem Festmahl Kleopatras in Tarsos den Tisch deckte.Requisitenteller aus dem Film „Cleopatra" Ted Stampfer Collection
Trailer zur Ausstellung
Relief mit den Epitheta und dem Namen von Alexander dem Großen
Der makedonische König Alexander der Große schuf im 4. Jahrhundert ein Weltreich, das von Kleinasien über Ägypten bis nach Persien reichte. In Ägypten wurde er als Pharao verehrt, Alexandria gab er seinen Namen und auf ihn gründet sich die Dynastie der Ptolemäer.Auf dem Relief lassen sich oben zwei ovale Felder mit Hieroglyphen, sogenannte Kartuschen, erkennen. Hieroglyphen waren im Alten Ägypten besondere Schriftzeichen, mit denen nur sehr wichtige Inschriften versehen wurden, die Alltagsschrift war das Demotische. Die Kartuschen weisen grundsätzlich auf den Namen eines Königs oder einer Königin hin. Die Bildzeichen darin stehen für verschiedene Laute: Der Geier steht für den Laut A, der Löwe für den Laut L, das Schilfblatt für den Laut E und der Korb für einen Laut, der wie X klingt. Alle Laute zusammengefügt klingen wie „Alex“ – gemeint ist Alexander der Große!Relief mit den Epitheta und dem Namen von Alexander dem Großen Genf, Fondation Gandur pour l`Art
Ptolemaios I. Soter
Mit Ptolemaios I. Soter beginnt die Geschichte des Ptolemäerreiches, er ist der erste griechische Herrscher auf dem ägyptischen Thron und war ein Freund und General Alexanders des Großen. Ptolemaios ist sein Eigenname, er war der Erste von vielen Herrschern gleichen Namens. Der griechische Namenszusatz „Soter“ lässt sich mit „Retter“ oder „Erlöser“ übersetzen. Besteigt ein neuer Herrscher den Thron, so muss er – oder sie – das Chaos beseitigen und die Maat, die Gerechtigkeit und die kosmische Weltordnung wiederherstellen und rettet hier aus der Not.Da solche Tondi mit Reliefbüsten im Hellenismus wie auch in der römischen Kaiserzeit sehr selten vorkommen, ist das, was dort vor Ihnen in der Vitrine liegt, sehr außergewöhnlich – und zugleich das einzig bekannte Reliefporträt Ptolemaios I. überhaupt. Die Darstellungsweise ähnelt den überlieferten Münzbildnissen und das Band in seiner üppigen Haarpracht ist als Herrscherdiadem zu verstehen.Relieftondo mit Porträt Ptolemaios I. Soter Hannover, Museum August Kestner
Kornverfrachtung nach Alexandria
Die Diadochen, das waren die Feldherren Alexanders des Großen, die in insgesamt sechs sogenannten Diadochenkriegen um seine Nachfolge kämpften und das Weltreich schließlich unter sich aufteilten. Das Alexanderreich zerfiel in insgesamt 22 Diadochenreiche, Ptolemaios I. Soter sicherte sich die Herrschaft in Ägypten.Der Nil war die Lebensader für das von Wüsten umgebene, niederschlagsarme und auf das Niltal sowie das Delta konzentrierte Ägypten. Das Wasser war überlebenswichtig, aber auch der Nilschlamm, der aus den Sedimenten bestand, die sich auf dem langen Weg nach Ägypten mit organischen Stoffen vermischt hatte. Die jährlich wiederkehrenden Nilfluten sorgten für eine Durchfeuchtung der Felder, der Nilschlamm brachte den organischen Dünger. So begannen die Ägypter bereits vor 5000 Jahren damit, ihre Felder zu bestellen.Der einseitig beschriftete Papyrus wurde am 18. Juli 63 v. Chr. ausgestellt und enthält die Anweisung an den Antigrapheus (Beamter der ptolemäischen Verwaltung) des Speichers von Tilothis zur Lieferung von 1200 Artaben (heute circa 24.000 Liter) Weizen, die im Schiff des Zabdion nach Alexandria verfrachtet werden sollen.Kornverfrachtung nach Alexandria Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Weihgaben an die Götter
Die ptolemäischen Herrscher waren als Pharaonen von Ober- und Unterägypten im gesamten Reich präsent und aktiv. Eine der wichtigen Kultstätten war der Hathor-Tempel in Dendera, den Ägyptenreisende noch heute bestaunen können. Dieser Silberkrug eines ptolemäischen Königs diente als Weihegabe an die Göttin Hathor, der allumfassenden Muttergottheit. Man fand ihn in einem Versteck in der Nähe des heiligen Sees, der zum Tempelgelände von Dendera gehörte.Die Zeit der Ptolemäer ist das letzte Kapitel der Geschichte des Alten Ägypten, immer mehr mischte sich Rom in die Angelegenheiten im östlichen Mittelmeerraum ein. Der „Tag von Eleusis“ im Jahr 168 vor Christus markiert die endgültige Etablierung der römischen Vorrangstellung im östlichen Mittelmeerraum. Mit Rom hatte ein neuer Mitspieler die Weltbühne betreten, den bis dato so keiner wirklich auf der Rechnung hatte.Krug für Wasseropfer (sog. Nemset-Gefäß) Paris, Musée du Louvre, Département des Antiquités égyptiennes
Bildhauermodelle
Die enorme Wirtschaftskraft Ägyptens floss in die Ausstattung Alexandrias und finanzierte die Kriege – aber auch den Bau von Tempeln. Doch dafür brauchte es fähige Steinmetze und mussten Lehrlinge angelernt werden. Modelle wie das einer Königsbüste oder auch der linke Fuß wurden wahrscheinlich in Bildhauerschulen genutzt, um die komplexen Formen studieren zu können. In einer Zeit, als griechische Kunstformen an den Nil vordrangen, halfen die Modelle auch, die ägyptische Formensprache und das Werkverfahren zu bewahren. Erfahrene Bildhauer konnten die Arbeitsschritte an den Modellen quasi ablesen. Bildhauermodelle einzelner Körperteile sind besonders häufig, wie der realistische Fuß oder auch die Königsbüste. Gitternetze, Hilfslinien und Notizen zu den Proportionen halfen bei der Herstellung der Reliefs und Skulpturen, egal in welcher Größe.Bildhauermodelle Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung und Karlsruhe, Badisches Landesmuseum
Isis-Priester
Tempel waren nicht nur Gotteshäuser, sondern immer auch Wirtschaftszentren. Das mag erst einmal verwundern, aber die Priester waren maßgeblich für die Organisation der Landwirtschaft entlang des Nils zuständig. Die Priester hatten enormen Einfluss und waren äußerst privilegiert, mit und nicht gegen sie zu handeln bedeutete eine stabile Herrschaftsbasis. Sie waren es auch, die das altägyptische Wissen bewahrten, hieroglyphische Inschriften konzipierten und als Berater am Königshof dienten. Die Köpfe zeigen drei Priester. Da ihre Schädel kahlgeschoren sind, lässt sich dies zumindest stark vermuten. Ernst und reserviert ist ihr Blick, der Mund zusammengepresst. Sie strahlen Lebenserfahrung aus, betont durch die Narbe und auch die Falten. War das Land in der Krise, hatte dies auch immer negativen Einfluss auf die Tempel. So musste Kleopatra auf Beschlagnahmungen, Sonderzahlungen und Tempelschätze zugreifen, um die Staatskasse wieder aufzufüllen – eine agressive Außenpoltik hatte schon immer ihren Preis!Isis-Priester Paris, Bibliothèque nationale de France, Département des Monnaies, médailles et antiques
Die Bibliothek von Alexandria
Gelehrte aus allen Teilen der Welt kamen nach Alexandria, um die sagenhafte Bibliothek zu besuchen. Über die Bibliothek ist nicht viel überliefert, man mag sich das Museion und die Bibliothek aber als eine Art Wissenschaftszentrum vorstellen.Wie die Bücher einst aufbewahrt wurden, lässt dieser Schriftrollenbehälter zumindest einmal vermuten. Gefunden wurde er dort, wo die Bibliothek vermutet wird – unter Wasser! Das gesamte ptolemäische Palastviertel liegt heute im Mittelmeer, hier liefert die Unterwasserarchäologie immer wieder neue Forschungserkenntnisse. Ob aber nun in dem Behälter die drei Bände des Dioskurides verwahrt wurden, wie es die Inschrift besagt, oder ob der Granitblock nicht vielleicht eher das Regal trug, in welchem dann die Werke lagen, schon das muss offen bleiben. Zu wenig ist über die Bibliothek bekannt, wir wissen nicht einmal, wann und wie die Bibliothek verloren gegangen ist – und auch der große Brand bleibt ein Mysterium. Was wir aber wissen, ist dass 1/3 der gesamten Stadtfläche Alexandrias vom königlichen Palast eingenommen wurde – und jeder Herrscher, jede Herrscherin hinterließ neue, eigene Bauten.Schriftrollenbehälter aus der Bibliothek von Alexandria [Wien, Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung](https://www.khm.at/kunstwerke/schriftrollenbehaelter-53388 )
Digitale Rekonstruktion Alexandrias
Visualisierung: Dipl.-Ing. Fritz Göran Vöpel
Die Bevölkerung von Alexandria
Als hellenistische Stadtgründung zog es zahlreiche griechische Einwanderer hierher. Im Südwesten der Stadt lag das Rhakotis-Viertel, das man als „Ägypterviertel“ ansprechen kann. Auch die Juden bewohnten ihr eigenes Viertel, Synagogen und jüdische Wohnhäuser fanden sich aber in der ganzen Stadt. Berüchtigt war die Stadt Kanopos, nicht weit von Alexandria vor den Toren der Stadt gelegen, hier fand man Zerstreuungen aller Art.Der Kopf eines Afrikanerknaben steht für all die Ethnien, die Alexandria zu so einer besonderen Stadt machten und deren Kulturen hier zusammenflossen.Die ägyptische Bevölkerung war vorwiegend als Handwerker und Händler tätig, die Griechen bekleideten die prominenten Ämter. Dabei waren die Ägypter den Griechen zahlenmäßig weit überlegen – stellvertretend für sie steht hier der naturalistische Afrikanerkopf. Die sehr genaue und naturgetreue Darstellung ist charakteristisch für die späthellenistische Kunst. Der Kopf war ursprünglich an Haut, Haaren und Augen bemalt und auch im Mund kann man noch rosafarbene Reste erkennen.
In Kleopatras Palast
Antike Autoren preisen das gesunde Klima in der Stadt, die als Luftkurort geschätzt wurde und der florierende Handel brachte das Geld nach Alexandria.Die Gewandtstatue ist detailliert ausgearbeitet. Fein glitzert der Mamor im Licht und elegant fällt der Mantel über den Chiton. Einst wurde sie als Weihegeschenk an einen Tempel gestiftet, vielleicht ist es Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit. Ein Geschenk an die Götter, wie es sich nur die Oberschicht leisten konnte und zugleich auch ein Spiegelbild ihrer selbst, denn das Gewand entspricht der Mode der ptolemäischen Oberschicht.
Kleopatra. Die schönste Frau der Antike?
Um Kleopatras Aussehen ranken viele Mythen. Immer wieder stellten sich Kunstschaffende die Frage, wie die ptolemäische Königin wirklich aussah. Kleopatra war ein besonders beliebtes Motiv in der Historienmalerei und immer wieder schlüpften Schauspielerinnen wie Theda Bara oder die Hollywoodikone Elizabeth Taylor in die Rolle der Herrscherin.Hier ist viel Raum für Phantasie, denn wie Kleopatra wirklich aussah, das weiß niemand. Archäologische Objekte bieten uns eine Annäherung an ihr Aussehen: Feine goldene Ohrringe und Schlangenarmreif sowie griechische Gewandung stammen aus ptolemäischer Zeit – Kleopatra wird sich wahrscheinlich auf diese Weise gekleidet haben.
Der Pharos von Alexandria
Eines der Sieben Weltwunder der Antike ist der Pharos, das Wahrzeichen Alexandrias. Um 297 v. Chr. von Ptolemaios I. beauftragt, wurde der Leuchtturm auf der gleichnamigen Insel Pharos erbaut und vielfach rezipiert. Dennoch ist das genaue Aussehen ungewiss. Schätzungen der Höhe variieren von 100 bis 160 Metern.Korkmodell des Pharos von Alexandria Albeins – Brixen, Martin Dorfmann
Der Hafen von Alexandria
Zwischen Ägypten, dem östlichen Mittelmeerraum und dem Römischen Reich herrschte ein reger Warenaustausch. Als bei weitem wichtigstes Exportgut des Ptolemäerreiches gilt Getreide, das mit Hilfe von Kamel-Karawanen und Flussbooten über den Nil in die Mittelmeerhäfen verschifft wurde. Ferner gab es auch einen großen Absatzmarkt für ägyptische Glasprodukte, wie sie zum Beispiel im Schiffswrack von Antikythera gefunden wurden (70–60 v. Chr.). Eine typische Importware stellten hingegen griechische Keramikgefäße zur Aufbewahrung von Wasser dar, die in Ägypten zu Graburnen umfunktioniert wurden.
Leinen los und auf nach Rom
In dem Monumentalfilm "Cleopatra" (1963) von Joseph L. Mankiewicz zieht Kleopatra, gespielt von Elizabeth Taylor, triumphierend nach Rom ein. So prunkvoll mag ihr Einzug wohl nicht gewesen sein. Im Sommer des Jahres 46 v. Christus reiste Kleopatra auf Einladung Caesars aber tatsächlich nach Rom, mit dabei war ihr Sohn Ptolemaios XV. Kaisar, genannt Caesarion. Sein Beiname lässt Sie vielleicht auf den Vater des damals Einjährigen schließen, „kleiner Caesar“ lautet die deutsche Übersetzung. Gesichert ist dies durch die antiken Quellen allerdings nicht, der Vaterschaft widerprochen hat Caesar jedoch auch nicht.
Zu Besuch in einer römischen Villa
In Rom wurde allerorten und immer gebaut, Rom aber war keine Stadt aus einem Guss und mag von daher den Ansprüchen der Hellenen an eine Metropole nicht genügt haben. Im heute mehrfach überbauten Stadtbild können wir von alledem nur noch wenig sehen, doch lassen uns Fresken wie dieses etwas erahnen von der farbenprächtigen Ausstattung der Privathaushalte.Zu sehen ist ein Genius, der persönliche Schutzgeist eines Mannes. Eine nackte Gestalt mit fransigen Haaren und faunartigen, spitzen Ohren, den Blick auf den Eintretenden gerichtet, denn das Fresko befand sich seitlich eines Türeingangs, zusammen mit dem weiblichen Schutzgeist, einer Iuno. Doch so schön das Leben in der Stadt auch gewesen sein mag, die Feldherren zog es in die Schlachten um den römischen Herrschaftsbereich zu vergrößern und reiche Beute zu machen.Fragmentiertes Wandgemälde Paris, Musée du Louvre, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines
Alexandria ad Aegyptum
Auch wenn Alexandria geografisch in Ägypten liegt, war die Metropole nicht exemplarisch für das restiche Ägypten. Aus diesem Grund wurde die Stadt als Alexandria ad Aegyptum bezeichnet. Das heißt Alexandria bei und eben nicht in Ägypten. Alexander der Große hatte bei seinen Feldzügen einige Städte, so auch mehrere Alexandrias, neu gegründet. Das heute Alexandria zählt zu seinen bekanntesten Neugründungen. Sie ist eine Planstadt Alexanders des Großen und wurde zur Metropole im östlichen Mittelmeer, einem Schmelztiegel der Kulturen.Reiterstatue Alexanders des Großen Genf, Fondation Gandur pour l`Art
Caesars militärische Feldzüge
Die Gebiete beiderseits des Rheins wurden ab 55 v. Chr. zum Schauplatz des Gallischen Krieges, die wichtigste Quelle dazu stammt von Caesar selbst. In den letzten Jahren konnten mehrere der von Caesar beschriebenen Schauplätze lokalisiert werden, so auch das Militärlager von Hermeskeil im Landkreis Trier-Saarburg aus dem die rund 20 Schuhnägel von den Sohlen der römischen Legionärsstiefel sind.Der Gladius mit versilbertem Knauf ist eines der wenigen Objekte des Historischen Museums der Pfalz selbst in dieser Ausstellung. 1886 fand man in Ludwigshafen-Rheingönheim ein Skelett, bei dem Toten lag unter anderem dieses Kurzschwert sowie eine Münze des Augustus. Der Gladius war vom 3. Jahrhundert vor Christus an und für sechs Jahrhunderte die Standardwaffe des römischen Legionärs. Mit dem Kurzschwert wurde im Nahkampf bevorzugt auf den Unterleib des Gegners eingestochen.Hammer und Schuhnägel: Trier, Rheinisches Landesmuseum Trier Gladius: Speyer, Historisches Museum der Pfalz
Caesars Aufstieg
Unaufhaltsam stieg Caesar die Karriereleiter hinauf. Er hatte wesentliche Ämter des cursus honorum, der obligatorischen Ämterlaufbahn, durchlaufen, war Quästor, Praetor, Konsul und Senator gewesen, bevor er sich mehrfach zum Diktator ernennen ließ.Heute werden weltweit über 80 verschiedene Porträts Julius Caesar zugeschrieben – dem gegenüber stehen, wenn überhaupt, drei bis vier Porträts von Kleopatra! Propaganda in eigener Sache war auch in der Antike bereits ein Mittel zum Erfolg.Dieses Antlitz Caesars vom sogenannten Pisa-Chiaramonti-Typus zeigt einen hageren Mann mit leicht spöttischem Lächeln, aber alterslos. Für die in die Stirn gekämmten Haare wird gerne Sueton zitiert, der darum wusste, dass Caesar „seine spärlichen Haare vom Scheitel nach vorne zu kämmen“ pflegte.Porträtkopf des Gaius Julius Caesar [Wien, Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung](https://www.khm.at/kunstwerke/imperator-c-julius-caesar-50570 )
Die Herrschaft der „alten Männer"
Die Senatoren, der „Rat der Alten“, der sich hier versammelt hat, lenkte maßgeblich die Geschicke Roms, wenngleich das Gremium eigentlich nur beratende Funktion besaß. Der Senat bestand aus römischen Bürgern, die zuerst den cursus honorum durchlaufen mussten und daher fast ausschließlich ältere und erfahrene Männer waren. Porträts, besonders in Marmor, konnten sich in Rom grundsätzlich nur wohlhabende Personen von hohem Rang leisten. Die hier dargestellten, nicht identifizierbaren Personen dürften daher Repräsentanten der Senatsaristokratie darstellen. Solche Porträts wurden von römischen Adelsfamilien gerne zum Andenken an die eigenen Vorfahren in Auftrag gegeben und häufig Wachsbildern der Verstorbenen nachempfunden.
Kleopatra in Rom
Kleopatra weilte noch in der Stadt, 46 v. Chr. kam sie an, wie lange sie blieb, das wissen wir jedoch nicht. Sie residierte in den Horti Caesari, den Gärten des Caesar – einer Villenanlage rechts des Tiber im heutigen Stadtteil Trastevere – und das Verhältnis der beiden blieb in Rom wohl kaum verborgen. Caesars Ehefrau Calpurnia hingegen bewohnte die Villa in der Stadt.Gekommen war Kleopatra aus politischen Gründen, um das Bündnis zwischen Rom und Ägypten zu bekräftigen. Alles Griechische war in Rom en vogue und so dürfte die Elite Roms neugierig gewesen sein auf die Hellenin, die mit ihrer berühmten Melonenfrisur auch einen neuen Trend mit in die Stadt brachte.Am Vorabend der entscheidenden Schlacht von Pharsalus im Jahr 48 v. Chr. hatte Julius Caesar gelobt, der Venus, der mythologischen Stammesmutter seiner Familie, einen Tempel in Rom zu widmen. Gesagt, getan: Er erfüllte sein Gelübde und errichtete einen Tempel für die Venus Genetrix auf dem neuen Forum, das er hatte erbauen lassen. Der Tempel wurde jedoch erst unter seinem Nachfolger fertiggestellt. Die Terracotta-Skulptur der Venus Genetrix zeigt die römische Göttin Venus, die Göttin der Liebe und der Schönheit, gekleidet in ein durchsichtiges, eng anliegendes Gewand, das eine Brust freilässt und ihren Körper darunter betont. Die Statue stand wahrscheinlich als Kultstatue in einem Tempel und ist ein wunderbares Zeugnis für Caesars besondere Verehrung der Göttin.Venus Genetrix Amsterdam, Allard Pierson, Universiteit van Amsterdam
Caffé AmoRe
Das Caffé "AmoRe" hat heute für Sie geöffnet. Wie wäre es mit einem kühlen Nilgold oder einem Caesarchino? Mit einer Pharaolade liest sich der neueste Klatsch und Tratsch rund um Caesar und Kleopatra auch sehr gut!
Octavian. Der Erbe Caesars
Doch das Verlesen von Caesars Testament brachte eine große Überraschung: Caesar adoptierte darin posthum seinen 18-jährigen Großneffen Octavian und setzte ihn zu seinem Haupterben ein. Was war das für ein Paukenschlag!Von Octavian, besser bekannt unter seinem Ehrentitel Augustus, sind heute über 210 Porträts bekannt, charakteristisch ist stets die Zangen- und Gabelfrisur. Das Wiener Porträt zeigt ihn jugendlich, die Stirn ist glatt, die Wangen wirken entspannt.Octavian [Wien, Kunsthistorisches Museum Wien](https://www.khm.at/kunstwerke/octavian-50131 )
An den Iden des März
In den zurückliegenden Jahren hatte Caesar seine Position als Alleinherrscher gefestigt und sich schlussendlich zum Diktator auf Lebenszeit ausrufen lassen. Er hatte weitreichende Reformen angestoßen, den julianischen Kalender eingeführt, das Steuersystem erneuert und das Bürgerrecht erweitert – Reformen, die dringend nötig waren, um die Römische Repubik zukunftsfähig aufzustellen, aber die gleichzeitig zu großen Spannungen führten. Das war offenbar in der Antike auch nicht anders, als es in der Gegenwart ist.Mit der Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit aber war ein sensibler Punkt erreicht, denn er kam damit der Stellung eines Rex, eines Königs so nahe, wie es nur möglich war. So wurde Caesar am 15. März 44 v. Chr., den sogenannten Iden des März, im Senat von einer Gruppe Verschwörer um Brutus ermordet – die Attentäter sahen in ihm einen Tyrannen, der die Prinzipien der Republik verraten hatte.Ob Kleopatra zu diesem Zeitpunkt noch oder wieder in Rom war, müssen wir offen lassen, die Quellen geben hier keine Sicherheiten.Jean-Léon Gérôme: Der Tod von Caesar, 1867 Bildnachweis: Wikimedia Commons
Der vergöttlichte Caesar
Bereits zwei Jahre nach Caesars Tod beschloss der Senat zum Gedenken an den vergöttlichten Caesar einen Tempel, den Tempel des Divus Iulius, zu errichten. Octavian übernahm die Aufsicht des Tempelbaus als Ausdruck seiner Verehrung gegenüber seinem Adoptivvater, legitimierte dadurch seinen eigenen Führungsanspruch und inszenierte ihn zugleich für seine militärischen Siege. Geweiht wurde der Tempel 29 v. Chr. Der Fries mit zwei Rankengöttern, floralen Ornamenten und einem Gorgonenhaupt zierte einst diesen römischen Tempel. Friesfragment vom Tempel des Divus Iulius Rom, Parco archeologico del Colosseo, Museo Palatino
Kleopatra. Herrscherin über Ägypten
Kleopatras Herrschaft war gefestigt, was keinesfalls als selbstverständlich angesehen werden darf. Als im Jahr 43 v. Chr. im weit entfernten Alaska der Okmok-Vulkan ausbrach, hatte dies weltweite Folgen – und in Ägypten brachte der Nil nicht mehr genügend fruchtbaren Schlamm, Hungerkatastrophen waren die direkte Folge, nicht aber ein Aufstand der Bevölkerung gegen den Pharao Kleopatra.Aus einem weichen grünen Stein wurde die Statue einer ptolemäischen Königin herausgearbeitet, die sich uns so ganz anders zeigt als die Königinnendarstellungen zuvor. Es ist der ägyptische Stil, der hier umgesetzt wurde. Die Königin trägt eine dreiteilige Perücke mit der dreifachen Uräusschlange, ihr Gesicht hat eine ovale Form und klar definierte Augen und plastische Make-up-Linien. Ob wir hier nun Kleopatra VII. vor uns haben oder eine ihrer starken Vorgängerinnen gleichen Namens – das wird offen bleiben müssen, denn die Rückensäule, die Platz böte für einen Namen, ist unbeschriftet.Statue Kleopatras VII. (?) Paris, Musée du Louvre, Départment des Antiquités égyptiennes
Marcus Antonius im Osten des Reiches
Nach Caesars Ermordung hatten Octavian, Lepidus und Marcus Antonius das Zweite Triumvirat geschlossen. Marcus Antonius hatte seine Machtbasis in den Osten des Reiches verlegt. Hier inszenierte sich der römische Triumvir als Neos Dionysos. Der aus dem Osten stammende Dionysos-Kult verbreitete sich über Griechenland bis in das Römische Reich. Sowohl Alexander der Große, als auch Ptolemaios XII. Neos Dionysos, der Vater Kleopatras VII., hatten diesen Kult genutzt, um Akzeptanz und Loyalität des Volkes zu erlangen, dieser Tradition wollte auch Marcus Antonius folgen.Marcus Antonius brauchte für den Feldzug gegen die Parther Ressourcen und Geld – beides konnte ihm Kleopatra bieten und so rief er sie nach Tarsos in der heutigen Türkei. Offenbar wusste Kleopatra um Marcus Antonius Selbstinszenierung als Neos Dionysos und seine Verehrung des Gottes des Weines und der Ekstase. Auf einer Prunkgaleere mit purpurnen Segeln sei sie angereist und leicht bekleidet, der Göttin Isis gleich habe sie Antonius auf ihr Schiff eingeladen.
Mythen rund um Kleopatra und Marcus Antonius
Kleopatra wie auch Marcus Antonius hatten ein großes politisches Interesse aneinander, die private Komponente kam verstärkend hinzu. Zum zweiten Mal hatte Kleopatra den aktuell stärksten Mann Roms zum Geliebten, mit ihm sollte sie drei gemeinsame Kinder bekommen.Sie waren ein geradezu göttliches Paar – die irdische Manifestation von Dionysos und Isis-Aphrodite.Ein Trunkenbold sei er gewesen, politisch unfähig und blind vor Liebe, warfen hingegen die römischen Geschichtsschreiber Marcus Antonius vor – ein dekadentes Luxusleben hätten er und Kleopatra gelebt und eine Geschichte, wollen wir Ihnen erzählen, nachzulesen bei Plutarch:Während seines Aufenthalts in Alexandria wurde Marcus Antonius jeden Tag von Kleopatra mit einem opulenten Mahl bewirtet, immer luxuriösere Bankette bot sie ihm, so dass er eine Steigerung für kaum mehr möglich hielt. Sie schlossen eine Wette ab: sie behauptete, sie könne ein Mahl im Wert von 10.000.000 Sesterzen bereiten, eine unvorstellbar hohe Summe – Marcus Antonius hielt daher dagegen. Tags darauf reichte Kleopatra ihm ein festliches, wenn auch nicht überragendes Mahl und kündigte an, die angekündigte Summe allein im zweiten Gang zu verspeisen. Sie trug an diesem Abend kostbarste Perlenohrringe – eine Perle löste sie in einem Gefäß voll Essig auf, trank – und gewann die Wette!Die Muschelschale erinnert an diese Geschichte und zugleich steht sie für Aphrodite, die aus dem Meer geborene Göttin der Liebe.Muschelschale Genf, Fondation Gandur pour l`Art
Krieg gegen Ägypten!
Zunehmend entfremdeten sich die Triumvirn Marcus Antonius und Octavian voneinander, letztlich steuerten sie auf eine Konfrontation zu.Sie hatten das Imperium in Einflusssphären aufgeteilt, Marcus Antonius brachte den Ostteil unter seine Kontrolle, Octavian den Westen. Pikanterweise war Marcus Antonius mit Octavians Schwester Octavia minor verheiratet gewesen. Der schwelende Konflikt brach aus, als Octavian seine Zusagen an Marcus Antonius nicht erfüllte, woraufhin sich dieser wiederum von Octavia trennte, zu seiner Geliebten Kleopatra zurückkehrte und die gemeinsamen Zwillinge offiziell als seine Kinder anerkannte. Immer schärfer wurde der Ton zwischen den beiden großen Römern, bis Octavian schließlich Kleopatra 32 vor Christus den Krieg erklärte, die Kontrahenten trafen im Jahr darauf vor der griechischen Westküste bei Actium aufeinander.Die Seeschlacht ist in ihrem Verlauf gut zu rekonstruieren, spannend sind vor allem ihr Ende und die neusten Forschung des Trierer Historikers Christoph Schäfer. Die Flotte Octavians verfügte über mehr, dafür aber kleinere, manövrierfähigere Schiffe – während Antonius vor allem schwerfällige Schiffe in die Schlacht führte. Während die Schlacht tobte setzte Kleopatra in einem günstigen Moment die Segel und floh, woraufhin sich auch Antonius aus dem Kampf zurückzog – Octavian ging als Sieger hervor, das Ende der politischen Karrieren von Kleopatra und Marcus Antonius war besiegelt.Mächtig waren die Kriegsschiffe und genauso mächtig ist dieser Marmorfriese mit einer Schiffsdarstellung und einem Gewicht von 1,5 Tonnen. Das Krokodil verortet die Szenerie nach Ägypten, Reiter und Schiff verweisen auf die Land- und Seestreitkräfte Octavians. Der Marmorfries gehörte vermutlich zum Grab eines römischen Veterans, der in der Schlacht von Actium auf Seiten Octavians gekämpft hatte. Der Fries zeigt ein schweres römisches Kriegsschiff mit Turmaufbau, mehrreihigem Riemenantrieb und bewaffneter Besatzung. Seitlich schließt ein berittener Soldat an.Marmorfries eines römischen Kriegsschiffes Vatikanstadt, Musei Vaticani
Kleopatra in der Popkultur
Im Jahr 1999 erschien bei Mattel die Elizabeth Taylor Collection, in der Elizabeth Taylor in ihrer Rolle der Kleopatra aus dem Kultfilm von 1963 auftritt. Die Puppe trägt ein goldenes Prunkgewand mit Federumhang und Geierhaube. Markant ist auch der ikonische schwarze Lidstrich, den auch Elizabeth Taylor in dem Film trug. Diese Barbie zählt zu den Sammlerstücken und ist ein Beispiel der Kleopatra-Adaption in der Popkultur.Kleopatra-Barbie Speyer, Historisches Museum der Pfalz
Ein tragisches Ende
Was aber wurde aus Kleopatra und Marcus Antonius? Ihre Geschichte sollte kein gutes Ende nehmen. Wie hingegossen liegt Kleopatra auf der Liege, ihr Oberkörper ist entblöst, der rechte Arm leblos zur Seite gefallen. Octavian eilt herbei.Um ihm nicht die Genugtuung zu bieten, sie als Trophäre bei seinem Triumphzug in Rom zu präsentieren, ließ sie sich – so überliefert es uns die Legende – von einer in einem Korb in ihr Gemach geschmuggelten Kobra beißen. Marcus Antonius hatte seinem Leben bereits zuvor ein Ende gesetzt, er hatte sich in das Schwert gestürzt.Viel wahrscheinlicher als ihr Tod durch einen Kobrabiss ist ihr Selbstmord durch ein Giftgemisch mit Opium, Eisenhut und Schierling. Darin hatte man auch im Alterum schon reichlich erfahrung, es ging schnell und war weitgehend schmerzlos. Der Kobrabiss aber setzte sie mit der Göttin Isis gleich, die Uräusschlange war DAS Symbol königlicher Macht. Wenn das kein Abgang gewesen wäre…Octavian bei der sterbenden Kleopatra von Johann Georg Dathan Speyer, Historisches Museum der Pfalz
Das neue Rom unter Augustus
Octavian habe aus Rom eine Stadt aus Marmor gemacht, heißt es in den Quellen – gewaltige Bauprojekte gehen auf Octavian zurück, es entstand ein „Neues Rom“. Der Sieger dieser Geschichte ist Octavian, dem der Senat den Ehrentitel Augustus verliehen hatte und den wir heute vor allem unter diesem Namen kennen. Nach dem Sieg über Marcus Antonius und Kleopatra ließ Octavian einen neuen Porträttyp anfertigen, um sich als Princeps zu etablieren. Der sogenannte Prima-Porta-Typus zeigt ihn idealisiert mit alterslosen, erhabenen Zügen – ein Erscheinungsbild, das er bis zu seinem Lebensende verbreiten ließ.Augustus, der seine eigene Macht legitimierte und seine Gegner diskreditierte. Caesar als sein Adoptivvater, war fester Bestandteil seiner Siegesgeschichte, Kleopatra fiel hingegen der Propaganda zum Opfer, wurde als exotische Verführerin und gefährliche Fremde gebrandmarkt.So wurde Caesar Geschichte und Kleopatra Mythos. Schon in der Antike.Augustus Genf, MAH Musée d`art et d`histoire, erworben mit Unterstützung der Société auxiliaire du Musée 1923
Digitale Rekonstruktion des frühkaiserlichen Roms
Visualisierung: Faber Courtial
Doppeltempel von Kom Ombo
Bildnachweis: Shutterstock
Fresko aus der Villa des Publius Fannius Synistor
ca. 40–50 v. Chr., FO Boscoreale Bildnachweis: New York, The Metropolitan Museum of Art
Ägyptomanie in Rom
Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurde die Römische Republik stark vom hellenistischen Osten beeinflusst. Reliefs waren dabei beliebte Stilelemente, die in den Häusern der römischen Oberschicht an den Wänden präsentiert wurden. Sie wurden seriell gefertigt, Nilszenen sind vielfach überliefert. Ägyptisierende, stereotypische Darstellungen von Personen, Bauten, Pflanzen und Tieren beleben die Szene und vermitteln den Eindruck von Exotischem.Campana-Relief mit Nillandschaft Paris, Musée du Louvre, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines
Sarkophag mit dem Triumph des Dionysos und den Jahreszeiten
ca. 260–270 Bildnachweis: New York, The Metropolitan Museum of Art
Kleopatra
Hans Makart, 1875 Bildnachweis: Wikimedia Commons
Dankeschön!
Wir sagen herzlich „Dankeschön“ für Ihren Besuch unserer digitalen Ausstellung „Caesar & Kleopatra". Wir hoffen, das Thema konnte auch Sie begeistern, so wie es uns begeistert hat. Machen Sie es gut, wir freuen uns schon jetzt auf Ihren nächsten Besuch – egal ob im virtuellen Raum oder vor Ort bei uns im Historischen Museum der Pfalz!
Dank
Wir danken unseren Partnern, Unterstützern und Stiftern sowie unseren Leihgebern. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!
Modell des Oktogons
Das Modell stellt einen Grabbau im Zentrum von Ephesos dar. Es wurde vermutet, dass es sich um das Grab von Kleopatras Schwester Arsinoë IV. handelt. Die gegen ihre Schwester agierende Arsinoë IV. wurde nach ihrer Niederlage 46 v. Chr. in Caesars Triumphzug mitgeführt und floh anschließend ins Exil nach Ephesos. Dort wurde sie auf Betreiben Kleopatras ermordet. Die These, das Oktogon als Grablege Arsinoës zu identifizieren, wurde durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt. Bei der dort bestatteten Person handelt es sich wohl um einen Jungen.Modell des Oktogons [Wien, Kunsthistorisches Museum Wien](https://www.khm.at/kunstwerke/oktogon-grab-der-arsinoe-573326)
Abguss des Senatus Consultum de Bacchanalibus
Die Bronzetafel überliefert den ältesten als Abschrift erhaltenen Senatsbeschluss in lateinischer Sprache. Darin werden Feste zu Ehren des Gottes Dionysos (röm. Bacchus) verboten, die mitunter ekstatische Ausschreitungen zur Folge hatten und deren Teilnehmer einer staatsgefährdenden Verschwörung verdächtigt wurden. Der Beschluss veranschaulicht die Realpolitik des Senates sowie den Geltungsbereich römischer Beschlüsse im gesamtitalischen Gebiet.Abguss des Senatus Consultum de Bacchanalibus [Wien, Universität Wien](https://altegeschichte.univie.ac.at/ueber-uns/sammlung-des-instituts/ )